Anton Winter

Nouvelle Alliance

Die Metamorphose der Welt

Die Vereinigung „Nouvelle Alliance“ entnahm ihren Namen dem Buch „La Nouvelle Alliance. Métamorphose de la Science“ von Ilya Prigogine und Isabelle Stengers und damit zugleich den Auftrag, den Focus der Interessen vom „Sein“ auf das „Werden“ zu lenken, auf die Entfaltung der Wirklichkeit in Metamorphosen. Die Idee der „Nouvelle Alliance“ und das Ideal des Dialogs von Mensch und Mensch und Mensch mit Natur ist die Basis der „Wende“, die, 1989 begonnen, in diesen Jahren von 2014 -2022 fortzusetzen ist. Was sich ereignet hat und aufzuerwecken ist, stellte György Konrád in seiner Eröffnungsrede zum „Internationalen Schriftstellertreffen Berlin“ am 3. 12. 1998 im Haus der Kulturen der Welt dar: „Ein kriegerisches Jahrtausend verlassend, könnten wir eine utopische Hoffnung hegen, daß nämlich der Mensch des dritten Jahrtausends der eigenen starren und argwöhnisch feindseligen Denkweise überdrüssig werden und flexibles, verständnisvolles, Brücken bauendes, abenteuer- und dialogbereites Denken höher schätzen könnte. Der Krieger verschwindet von der Tagesordnung, es kommt der Spieler, der Mensch der Phantasie, es kommen die Künstler der verschiedenen Berufe, die das jenseits des Bürgers Befindliche mit dem Bürgerlichen vereinen. Am Ende des zweiten Jahrtausends begibt sich ein neues anthropologisches Ideal auf den Siegeszug, das Ideal des dienenden Soldaten wird abgelöst vom Ideal des denkenden, initiativen, verantwortungsvollen, zivilen Spielleiters.“ (Der Tagesspiegel, 6. 12. 1998, Seite W 3). „Nouvelle Alliance“ bereitet diesem „neuen anthropologischen Ideal“ den Boden seines Wirkens in den Praxisfeldern von Bildung, Erziehung, Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kulturschaffen.

Die Vorgängerschaft des Jesus Christus – Das notwendige Verständnis seines Zivilisationsimpulses

2000 Jahre nach den Zeitenwende-Ereignissen in Palästina gerät mit dem Bewusstwerden des anthropologischen Ideals, das den Menschen durchsetzt und verwandelt, ihn aus sich zum Menschen werden lässt, die Gestalt des Jesus Christus in den Kreis der Aufmerksamkeit. Seine „Botschaft“ gilt es neu zu verstehen als uns vermittelte Erfahrung der Göttlichkeit des Menschen. Nouvelle Alliance strebt mit der erklärten Orientierung an dem Wirken des Jesus Christus nach einer Renaissance des christlichen Zivilisationsimpulses. Im Wissenschaftlichen gilt es, die „Universitas/Academia“ als Angelegenheit der Selbstreflexion des/der Menschen neu zu beleben, im Politischen geht es darum, den 1914 von den Regierenden begonnenen „Krieg um die Welt“ durch die Regierten aus der Macht ihrer Selbsterkenntnisgemeinschaft zu beenden,

Wandlung und Wende

Im Wirtschaftlichen ist das letale Profit- durch das Benefit-Prinzip zu ersetzen. Für Europa ist die Wende von 1989 in die Phase der „Politik vom konkreten Menschen aus“ (Vaclav Havel) durch eine Konventsinitiative überzuführen, die der zukünftigen politischen Union eine „lebendige Verfassung“ von unten zu einem evolutiv neuen, beispiellosen Gemeinwesen verleiht. Die Unionsbürgerschaft entdeckt im Übersetzen der Botschaft des Jesus Christus in die unmittelbare Lebenspraxis ihre volle Souveränität und darin die Fähigkeit zur Politik der Veränderung. Im Erleben des anthropologischen Ideals ist einzusehen, dass eine menschengemäße Zivilisation ohne dessen Wirksamkeit nicht entstehen und vorangebracht werden kann. Der Jesus Christus ist in seiner Vorgängerschaft als Entdecker des Menschen an sich anzuerkennen, als solcher dies jedem Menschen aus sich zukommt. Die Erfahrung des Menschseins in seinem Ideal als reale (nicht bloß normative) bewusstseinshelle Tatsache befähigt zur Kommuni(kati)on, zum Dialog, zur Gestaltung der Nouvelle Alliance als der zukünftigen Lebensform in einer wahren „Neuen Weltordnung“.

 

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