Seitenstettner Kreis

Das Forum Seitenstetten ist hervorgegangen aus dem Seitenstettner Kreis, einer Friedensinitiative, die von 2015 bis 2019 jährlich im Bildungszentrum und  z. T. auch im Stift, für „Schritte in Richtung friedensfähige Geldordnung“ veranstaltet hat.

Die Geldfrage gehört zur Geschichte von Seitenstetten

Das Benediktinerstift Seitenstetten ist bereits durch einen seiner Stifter mit einer Geldordnung verbunden, welche in alter Zeit dem Wohle aller diente. Erzbischof Wichmann von Magdeburg war Finanzberater von Kaiser Friedrich I. und gilt als Erfinder von Münzverrufungen. Durch die Prägesteuer blieb Geld im Umlauf. Die Zünfte waren reich, stifteten z. B. teure Glasfenster für die wunderschönen gotischen Dome. Wohl und Wehe der Menschheit kann im Zusammenhang mit der Funktion des Geldes gesehen werden. Es gab und gibt viele unterschiedliche Konzepte für eine gerechtere Geldordnung.

Heute aktueller denn je

Dank dem Interesse von Altabt Berthold Heigl an der Geldfrage, dank für den Frieden engagierter Einzelpersonen, der Arbeitsgemeinschaft „Gerecht Wirtschaften für Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ und einer Reihe weiterer Initiativen, kommen Wirtschaftswissenschaftler und andere Experten, auch aus dem Ausland, gerne nach Seitenstetten. Bemühungen in einem breiten Miteinander „Wege in und aus der Krise“ zu finden, schaffen Freude und Hoffnung .

Das Logo des Seitenstettner Kreises

Vier der fünf Figuren rund um die Friedenstaube sind Personen aus den
Nachbarorten von Seitenstetten zugeordnet, die in besonderer Weise „Werkzeug“ des Friedens geworden sind:

Die gelbe Figur symbolisiert Anna Strasser, 1921-2010. Sie hat als Bürokraft im Lagerhaus Mauthausen eine kleine Widerstandsbewegung gegründet, um zu helfen wo geholfen werden konnte. Auch SS- Leute haben sie unterstützt, selbst Gefangenen Erleichterungen verschafft, sich bei ihr im Büro „ausgeweint“. Anna überlebte das Urteil KZ. Ihre letzten drei Jahre verbrachte sie in St. Peter/ Au. Annas wichtigster Satz: „Überall gibt es gute Leute!“

Die blaue Figur gilt unserem Bergpredigtpazifisten Dr. Stefan Matzenberger, 1919-1986. Im Krieg erblindet, hat er Jus studiert um sein ganzes Leben der Friedensarbeit widmen zu können. 4x wurde er für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Der Ertler war ein fröhlicher Mensch, glaubte an den guten Willen der Verantwortlichen, schrieb über 15.000 Briefe an Spitzenpolitiker in Ost und West, an Päpste, Bischöfe, Univ. Professoren, publizierte in einer Reihe von Zeitschriften, hielt viele Vorträge und schrieb zwei Bücher.

Rot und orange meinen die Schwestern von der Bogenmühle, Anna Rohrhofer, geb. 1928 und Maria Sator, 1927-2009. Den beiden ist es gegen Kriegsende gelungen 23 Juden in einem selbstgebauten Stollen in St. Peter/ Au zu verstecken.

Die grüne Figur steht für den Betrachter, mit der Bitte, sich für den Frieden einzusetzen. Nutzen wir die Grundsätze der Benediktiner als Wegweiser zur Freude am Leben, sie lehren u. a. befreiend zu begegnen:

  • Ora – bete, sei dankbar
  • labora – arbeite, diene dem Wohle der Menschen, der Schöpfung, damit Gott und Dir selbst
  • lege – lese, informiere Dich und andere.

Zum Seitenstettner Kreis