Geld entstand im Handel, genauer gesagt im Fernhandel.
In der Familie, im Clan oder in der Dorfgemeinschaft konnte eine „Rechnung“ vorübergehend offen bleiben, denn in den archaischen Gemeinschaften kannten und brauchten alle einander und vertrauten darauf, dass eine Gabe irgendwann durch eine Gegengabe erwidert wird. Die Geschenkwirtschaft schuf ein Geflecht aus Geben und Nehmen, durch das auch soziale Verbindlichkeiten gepflegt wurden.
Im Fernhandel war nicht sicher, ja eher unwahrscheinlich, dass sich zwei Handelsleute je wieder begegnen würden. Geben und Nehmen mussten im Fernhandel folglich sofort ausgeglichen werden. Die heimische Geschenkwirtschaft wurde unter Fremden deshalb durch Tauschwirtschaft ersetzt. Werte und adäquate Gegenwerte wechselten dabei zeitgleich hin und her.
Allgemein begehrte Waren wie Bronzegeräte wurden bald zu Zwischenhandelsgütern, also zu Tauschvermittlern. Wer Holz gegen Gewürze tauschen wollte, gab dem Gewürzhändler, wenn der kein Bauholz brauchte, Bronzegeräte für die Gewürze. Der Gewürzhändler konnte die Bronzegeräte später gegen Seide, Bernstein oder beliebig anderes eintauschen.
Aus den Zwischenhandelsgütern wurde Gerätegeld. Anfangs waren diverse Bronzegeräte als Tauschvermittler im Gebrauch: Schüsseln, Ringe, Spangen, Messer, Schwerter, Spaten, Beile, Trommeln…
Nach und nach setzten sich in Europa Beile und später Sicheln als Gerätegeld durch. In China fanden vor allem Messer und Spaten als Gerätegeld Verwendung.
Gespaltene Kerbhölzer sind eine Möglichkeit, ein Verrechnungsmittel ohne vorherige Kapitalakkumulation direkt im Handel entstehen zu lassen. Es braucht