3 Gedanken zu „Ein regeneratives Finanzsystem: Eine Vision für die Zukunft

  1. Danke Frau Patsch für den interessanten Artikel! – Ich hätte gerne gewusst, wie ein regeneratives Finanzsystem konkret aussieht und ob es dazu schon Praxisbeispiele gibt. Falls nicht, gibt es ein Team, welches dieses entwickeln will?

    1. Lieber Herr Zwingler,
      leider hat die Emal-Benachrichtigung für Ihren Kommentar nicht funktioniert, weshalb ich ihn erst jetzt beim Arbeiten am Februar Newsletter entdeckt habe. Verzeihen Sie die lange Antwortdauer 🙂
      Im deutschsprachigen Raum gibt es meines Wissens nach niemand, der an der Frage eines regenerativen Finanzsystems arbeitet. Katy Shields, die sich auch stark für die Donought Economy einsetzt, hat das regenerative Economy lab gegründet und hatte dort zwei Mal zu einem deutschsprachigen Workshop zur Frage: Was bräuchte eine regenerative Wirtschaft ausgeschrieben. Das Finanzsystem ist ein Teilaspekt des Workshops gewesen. Aufgrund mangelnder Nachfrage von Seiten deutschsprechender Teilnehmer findet der nächste Workshop im Mai jedoch auf Englisch statt: https://regenecon.eu/. Höchstwahrscheinlich werde ich auch mit dabei sein.
      International hat sich der ehemalige JPMorgan-Berater John Fullerton im Rahmen seiner Organsiation Capital Institute (https://capitalinstitute.org) schon viele Gedanken dazu gemacht. Die Prinzipien, die er vorschlägt, treffen jedoch auf verschiedene Lösungen zu: von Konzepten wie GRADIDO, die die Wirkmechanismen der Natur nachahmen über Komplementärwährungen nach Lietaer, die lokale Care-Arbeit fördern (wie die Talente in Vorarlberg oder Zeitpolster) oder den Community Based Currencies, die ich im aktuellen Newsletter vorstelle: Das sind alles “Inseln der visionären Zukunft im jetzt”. Ich weiß nicht, wie weit die praktischen Projekte von
      Dort werden die Prinzipien der regenerativen Finanzen gelebt. Da es aber Inseln im aktuellen System sind, sind diese natürlich immer eingebettet in das jetzige, teilweise dysfunktionale System.
      Ich bin auf jeden Fall sehr interessiert daran, diesen Dialog am Laufen zu halten. Ich plane im Frühjahr eine Online-Vernetzung zu regenerativen Lösungen zu etablieren. Ähnlich dem Online-Raum Forum Seitenstetten, aber mit dem thematischen Schwerpunkt auf regenerativen (soziale) Systeme …. Genaueres darf noch entstehen …. Ich werde hier darüber berichten :-).

  2. Gut zu lesen das der regenerative Gedanke so wie hier angesprochen (unter Bezug auf Bill Reed) auch bei uns etwas stärker zu finden ist. Regeneration wird zwar schon auch des öfteren verwendet aber nicht so wie es diese Ansätze inne haben (eben die Gefahr wie mit Nachhaltigkeit dass ein Begriff zur leeren Hülse werden kann – coopted wim im englischen es heisst.

    Kleinere Beispiele von regenerativem Finanzsystem gibt es sicher sher sehr viele weltweit, aber die müssen nach wie vor im derzeitigen System funktionieren, was herausfordernd ist.

    Aber mehr generell ist es der Bezug auf natürliche Systeme und wert da auch gute weiterführende Quellen anzugeben (wovon es sehr viele gibt) unter anderem:
    Daniel Christian Wahl, 2022. Regenerative Kulturen gestalten, https://www.phaenomen-verlag.de/buch/regenerative-kulturen-gestalten/ (was sicher schon in 10 oder mehr Sprachen seit 2016 übersetzt wurde).

    Martin Grassberger, 2024. Regenrativ. Aufbruch in ein ökologisches Zeitalter. https://www.residenzverlag.com/buch/regenerativ

    Pamela Mang and Ben Haggard, Regenerative Development & Design: A Framework for Evolving Sustainability, https://regenesisgroup.com/book (von der Organisation welche vom erwähnten Bill Reed mit-gegründet wurde).

    Zwar kein Buch aber zumindest ein online Kurs über Regenerative Finance gibt es von dem erwähnten John Fullerton vom Capital Insititute, https://capitalinstitute.org/finance-for-a-regenerative-economy/

    Letztendlich geht es um grundlegende Transformation unserer Weltsicht, Leitbilder, Werte, mind sets und Einstellungen zu einem tief lebendig systemischen Verständnis. Und es gibt keine simplen oder infache Lösungsrezepte, was eben auch bioregionale Konzepte beinhalten, Enwicklung gemäss der bioregionalen Gegebenheiten und Einzigartigkeiten der jeweiligen Region (da gibts keine Blaupausen, oder upscaling etc. )

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