Sehr geehrte, liebe Damen und Herrn, die Sie superreich sind, Wohl und Wehe der Menschen weltweit stark beeinflussen können!
So herzlich möchte ich Sie bitten, zu versuchen Hoffnungen dieses Briefes anzunehmen. Es ist wunderschön, dem Wohl der Mitmenschen zu dienen, geliebt zu werden. Sie hätten sehr viele Möglichkeiten, um großes Unheil, Systemzwänge die Kriege fordern, Geschichte werden zu lassen. „Hoffen heißt, an das Abenteuer der Liebe glauben,“ Augustinus v. Hippo.
Die Idee Ihnen zu schreiben, kommt u. a. aus dem Nachwort des 1193 Seiten starken Buches von Karl-Heinz Brodbeck „Die Herrschaft des Geldes – Geschichte und Systematik“ und der Erfahrung von Martha Steiger, deren Eltern Diplomaten waren. Sie hatte als Kind, vor ca. 70 – 80 Jahren, Einblick in Familien, deren „Geld die Welt regiert“.
Brodbeck schrieb: …Niemand, der noch einen Schatten des Wissens darüber besitzt, dass er von der Wiege bis zur Bahre vollständig von anderen Menschen abhängig und ihnen deshalb prinzipiell verpflichtet ist, wird sich beim Versuch – so gut er eben kann – verweigern, das globale Leiden als Folge der Irrtümer der Denkformen des Geldsubjekts zu vermindern. Verrückt ist nicht das Mitgefühl – Mitgefühl ist die umgesetzte Erkenntnis gegenseitiger Abhängigkeit -, verrückt ist der Egoismus des homo oeconomicus. Selbst wenn dieser Egoismus eine Naturform wäre, spräche nichts dagegen, sie auf geeignete Weise moralisch zu begrenzen; ……. das Pochen auf die Rationalität des Egoismus ist …. eine Erfindung. Deshalb spricht nichts dagegen, eine Gesellschaft mit weniger Leiden zu organisieren. …..
Nicht in der Zukunft, in der Gegenwart liegt – verdeckt durch einen globalen Verblendungszusammenhang – das andere, das bessere Leben…..Es käme darauf an, dass die Philosophen das Geld und die Sprache zureichend interpretieren, die herrschenden Täuschungen kritisieren und dem Denken das Bewusstsein seiner eigenen Macht zurückgeben. Wie die Vielen, befreit vom Fieberwahn einer erfundenen Zukunft und in Wiederentdeckung des Mitgefühls, die Welt dann gestalten werden, kann man getrost ihnen selbst überlassen.
Martha erlebte Erziehung in superreichen Familien als hart. Ich hoffe, dass dies längst nicht mehr so ist, Kindern nicht weiter Empathie abtrainiert wird, um die Überlegenheit gegenüber Regierungen in der Familie zu erhalten. Sie kennen vielleicht Menschen in Ihrem Bekannten- und Freundeskreis, die sozial behindert erzogen wurden. Aber, grundsätzlich ist jeder Mensch kreativ und liebesfähig erschaffen. Irrtümer der Eltern können überwunden werden. Auch goldene Käfige sind Käfige. Ich weiß, dass Menschen mit sehr großen Vermögen mehr als andere in Gefahr sind an Sinn- und Vertrauenskrisen, an Angstzuständen und Depressionen zu erkranken.
Unserer Geldordnung haben wir viel Gutes zu verdanken, aber, sie braucht Neuanfänge, Krieg, weil sie beständig wachsendes Unrecht nährt. Wir brauchen echte Demokratien, in denen nicht weiter lückenhaft und einseitig informiert wird, um „spalte und herrsche“ zu bedienen. Wir brauchen Gemeinwohlökonomie für weltweit!
Im Pinzgau herrscht nun Wohlstand. Die Mutter meiner Mama war, im kargen Pinzgau, als Magd, aus familiären Gründen bitterarm. Trotz harter Arbeit musste sie betteln um ein Stück Stoff für eine dringend notwendige Schürze. Sie hatte nicht das Recht Brot abzuschneiden. Einer ihrer Söhne musste sogar hungern. Ihre Mutter, meine Urgroßmama, verstarb an den Folgen regelrechter Sklaverei.
So wie die Not im Pinzgau Geschichte wurde, könnte sie auch weltweit Geschichte werden. Aber, viel zu viel an Geld sucht derzeit nach profitablen Anlagen. Was zu Beginn einer kapitalistischen Volkswirtschaft, solange, bis der natürliche Bedarf gedeckt ist, gut funktionieren kann, wird mit der Zeit zu grausamer Erpressung. Beispiel: In Cochabamba, Bolivien, habe ich für einen Entwicklungshilfeeinsatz Spanisch gelernt. Um 2000 musste dort, hoher Auslandsverschuldung wegen, Wasser privatisiert werden. Wasser kostete nun 1/3 eines durchschnittlichen Gehaltes und es war gesetzlich verboten worden Regenwasser zu sammeln. Blutige Aufstände waren die Folge. Die Regierung konnte den Vertrag nicht einhalten, musste schwere Strafe bezahlen, sich noch höher verschulden.
Dabei sind, gemessen an Kriterien für Lebensqualität, längst auch Menschen mit großen Vermögen: Verlierer!
Dieser offene Brief soll vor allem auch dazu dienen, für den Wandel ein breites Miteinander zu finden. Es handelt sich um strukturelle Probleme, die uns manipulieren, zu Unlauterkeit verführen, Unrecht erzwingen können. Viktor Frankl sagte, Heldenmut könne man nur von sich selbst, nicht von anderen verlangen. A LLE Menschen sollen ihr Gesicht und ihre Grundinteressen wahren können. Außer, das Grundinteresse wäre Überlegenheit gegenüber Regierungen, um u. a. Krieg zu erreichen. Darauf müsste in Zukunft verzichtet werden.
Das Forum Seitenstetten veranstaltet seit 2015 jährlich dreitägig für Schritte in Richtung friedensfähige Geldordnung. 2024 war das Ergebnis ein Brief an Antonio Guterres und andere hochrangige Entscheidungsträger, mit der Bitte, eine nach 80 Jahren dringend notwendige Weltwährungskonferenz vorzubereiten. Alle unsere Briefe blieben unbeantwortet. Damit wurde für heuer die Idee geboren, eine solche Konferenz in Seitenstetten zu simulieren.
Finden Sie im Anhang unsere Einladung und einen Überblick zu alternativen Geldkonzepten. Besonders gut erklärt finden Sie die wichtigsten dieser Auswege auf der Seite vom Geldsymposium Berlin:
Günter Grzega, Jahrzehntelanger Direktor der Münchner Sparda-Bank, meint, dass mit neuen Regeln und Sichtweisen, z. B. auf staatliche Geldschöpfung, auch im jetzigen System sehr viel mehr an Gerechtigkeit und damit Frieden möglich wäre. Staatsverschuldung ist in Wirklichkeit notwendige Geldschöpfung. Solange Arbeitskräfte und Ressourcen vorhanden sind, kann es nicht zu wenig Geld geben. Dieses ist doch nur ein soziales Konstrukt, eine Vereinbarung!
Fast alle Menschen haben im Grunde dasselbe Bedürfnis. Zu lieben und geliebt zu werden, in Frieden zu leben.
Aus der Rede von Eugen Drewermann bei der Brückendemo in Frankfurt, am 20. 6. 2026: Mit der Behauptung nur durch Abschreckung kommt Frieden, werden wir immer schrecklicher, abscheulicher, friedensunfähig…. Aufrüsten gegen die Angst, wird die Angst auf der anderen Seite verstärken, die Rüstungsindustrie freut sich! …. Wir wollen Brücken bauen, uns nicht mehr gegeneinander instrumentalisieren lassen.
Ich las von „Friedensangst“, mit Hoffnungen auf Frieden fallen die Aktien von Rheinmetall. Im Notfall aber würde fast jeder einem Ertrinkenden, den er sieht, einen Rettungsring zuwerfen wollen, also Leben retten. Entscheidungen für Investitionen, die töten, brauchen Vergebung. Vergebung, wie sie im Frauen KZ Ravensbrück von Unbekannt aufgeschrieben wurde: https://www.herder.de/cig/cig-ausgaben/archiv/2018/11-2018/das-gute-zaehlt/ „Friede den Menschen, die bösen Willens sind!“
Josefa Maurer, A 3352 St. Peter/Au, www.forum-seitenstetten.net, am 2. 7. 2026
